Kunsthochschule für Medien
Gender[ ]Medien

  FUTURE BODIES 28. Juni bis 01. Juli 2001
 

 

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Yvonne Volkart

Virtuelle Identitäten. Weiblichkeit als Metapher des Posthumanen

Im Gegensatz zu vielen theoretischen Annahmen, dass neue Technologien den Körper fundamental verändern, gehe ich davon aus, dass es nicht die Technologien selbst sind, sondern vielmehr die Fantasien und Fiktionen darüber, die Körper, Geschlechter, Identitäten und Subjektivitäten modellieren. Insofern zeitgenössische Medienkunst mein Untersuchungsfeld darstellt, steht im Wesentlichen zur Debatte, welche Rolle die Kunst im Geflecht dieser unterschiedlichen Interessenseinschreibungen in die jeweiligen Technologien und deren Signifikanten spielt.
Im Zuge meiner Recherchen über aktuelle Körperbilder in der Kunst fiel mir grob gefasst auf, dass es eine Tendenz zu einer Verflüssigung, Virtualisierung, Verformbarkeit, Entgrenzung, Transgression, Zersplitterung, Wucherung, Durchlässigkeit bis hin zur Immaterialisierung und Absenz von Körpern gibt. Diese Tendenz nenne ich „weibliche Symptomwerdung“, weil sie, wie zu zeigen sein wird, mit tradierten und neuen Signifikanten von Weiblichkeit zusammenfällt. Dass ich selbst in meiner Untersuchung dadurch, dass ich Geschlechtsdichotomien annehme, auch produziere, ist mir klar. Sie sind allerdings, so hoffe ich zumindest, operationeller Art. Tatsächlich geht es mir darum zu untersuchen und nach der Bedeutung zu fragen, inwiefern und warum sich Geschlechtermetaphoriken ­ insbesondere von Weiblichkeit ­ nicht verdünnt, sondern verdichtet haben, auch wenn sie in anderer Gestalt auftreten.

Yvonne Volkart, freie Autorin und Kuratorin sowie Dozentin für Sprache und Neue Medien an der Hochschule für Gestaltung und Kunst, Zürich; Studium der Germanistik, Psychologie und Kunstgeschichte in Zürich und Wien; verschiedene Lehraufträge und Vorträge an internationalen Kunstinstitutionen, -akademien und Universitäten; u.a. außerordentlicher Lehrauftrag für Gender Studies an der Universität für Angewandte Kunst Wien (1997-1999) und Universität Zürich, Abteilung Kunstgeschichte (WS 2000/01). Sie ist Netzwerkerin für „Plug-In“, Basel, d. h. initiierte ein Projekt mit Knowbotic Research für die Zeit während der „Liste 2001“ (art Basel) und arbeitet an ihrer Dissertation über virtuelle Identitäten (Universität Oldenburg). Kuratorin der Ausstellungen: „Tenacity. Cultural Practices in the Age of Bio and Information Technologies“, Swiss Institute New York; „Widerspenstige Praktiken im Zeitalter von Bio- und Informationstechnologien“ Shedhalle Zürich 2000: http://www.thing.net/~tenacity; „Body as Byte. Der Körper als Informationsstrom“, Neues Kunstmuseum Luzern, 23.3.-3.6. 2001, (http://www.kunstmuseumluzern.ch); Internetsektion der Ausstellung „Double Life. Identität und Transformation in zeitgenössischer Kunst“, Generali Foundation, Wien, 10.5.-12.8.2001, (http://www.gfound.or.at).